Trogir ist eine UNESCO-Altstadt auf einer eigenen Insel, klein genug für zehn Minuten Durchquerung und dicht genug für das bedeutendste romanische Portal Kroatiens.
Geprüft: 26. September 2026
Trogir liegt auf einer Insel zwischen Festland und Čiovo, an beiden Enden über Brücken verbunden, und das ist der ganze Trick des Ortes. Nichts konnte sich ausdehnen, also wurde alles in das Vorhandene hineingebaut. Griechen von Issa gründeten es im dritten Jahrhundert vor Christus als Tragurion, Rom, Venedig und Österreich legten je eine Schicht darüber, und die UNESCO nahm das Ergebnis 1997 als eines der besterhaltenen romanisch-gotischen Stadtensembles Mitteleuropas auf. Zudem sind es fünf Kilometer zum Flughafen Split, was den Ort zur einfachsten ersten oder letzten Nacht in Dalmatien macht.
Das Portal ist der Grund zu kommen

Meister Radovan schuf 1240 das Westportal der Kathedrale des Heiligen Laurentius, das bedeutendste Stück romanischer Bildhauerei des Landes. Gib ihm fünfzehn Minuten, bevor du hineingehst. Die Löwen am Fuß tragen die Figuren von Adam und Eva, die Bögen darüber gehen die Monate des Jahres als Feldarbeit, Jagdszenen und Geburt Christi durch, und die Tiefe der Arbeit verändert sich mit dem Sonnenstand. Drinnen ist die Kapelle des seligen Johannes ein vollständiger Renaissance-Innenraum, und der Glockenturm lässt sich für den Blick über Dächer und Kanal besteigen.
- Kreuzfahrtgruppen kommen am späten Vormittag aus Split. Vor neun und nach achtzehn Uhr gehört die Altstadt wieder den Bewohnern.
- Fahr nicht in die Altstadt hinein, es gibt keinen Durchgangsverkehr. Parke auf der Festlandseite oder auf Čiovo und geh zu Fuß hinüber.
- Die Festung Kamerlengo ist weitgehend eine leere Hülle, das Ticket kauft den Mauerrundgang und die Aussicht, nicht einen Innenraum.
- Die Blaue Lagune bei Krknjaši erreichst du per Boot von der Riva, etwa vierzig Minuten je Strecke, und das Wasser rechtfertigt die Fahrt.
Der Rest der Inselstadt
Um den Kathedralenplatz stehen die Stadtloggia mit Uhrturm, gegenüber der Cipiko-Palast aus dem 15. Jahrhundert und das Rathaus mit seinem Innenhof. Das Benediktinerkloster des Heiligen Nikolaus bewahrt das Kairos-Relief, eine griechische Darstellung des Gottes des flüchtigen Augenblicks, leicht zu übersehen und in fünf Minuten angesehen. Dann geh die südliche Riva bis zum Kamerlengo an der Westspitze, überquere die Brücke nach Čiovo, und du bist binnen zwei Minuten aus dem Gedränge und blickst vom Wasser aus auf die Stadt zurück.
“Trogir ist die seltene Altstadt, die man vollständig sehen und trotzdem wieder betreten kann. Nichts ist weit, also zeigt der zweite Gang, woran der erste vorbeiging.”
Ein halber Tag deckt die Stadt ordentlich ab. Ein ganzer Tag geht auf, wenn du Čiovo dazunimmst, entweder die Strände bei Okrug und Slatine oder das Boot zur Blauen Lagune. Als Standort schlägt es Split für alle, die ruhig schlafen und in dreißig Minuten per Bus oder Boot im Palast sein wollen, und die Flughafennähe bedeutet, dass kein Transfer länger als zehn Minuten dauert.
Ein Tag in Trogir, Station für Station
- 09:00Durch das nördliche Stadttor hinein
Das Renaissancetor ist der Hauptzugang vom Festland, einst über eine hölzerne Zugbrücke über den Graben erreichbar. Darüber steht der Stadtpatron, der selige Johannes von Trogir, die Hand über alle erhoben, die hindurchgehen.
- 09:20Radovans Portal, und die Monate des Jahres
Davorstehen, bevor man hineingeht, und ihm fünfzehn Minuten geben statt einer. Adam und Eva stehen auf zwei Löwen; ringsum sind die zwölf Monate des Jahres als die Arbeit gehauen, die jeder verlangte. Drinnen liegt die Renaissancekapelle des seligen Johannes, und der Aufstieg auf den Glockenturm gibt einem die ganze Insel.
- 10:30Die Loggia, wo Richter im Freien saßen
Ein weiter Bogen, gegenüber der Kathedrale am Platz. Recht wurde hier unter freiem Himmel gesprochen, und eine Steinbank zeigt noch, wo die Angeklagten standen. Dahinter ein Relief der Gerechtigkeit von Nikolaus von Florenz, daneben ein Reiter aus den 1930er Jahren.
- 11:00Der Cipiko-Palast, und ein hölzerner Hahn
Venezianisch-gotische Fenster von Andrija Aleši und Nikolaus von Florenz, geschaffen für die Familie, die das goldene Zeitalter der Stadt prägte. Über dem Tor sitzt ein hölzerner Hahn, erbeutet von einer türkischen Galeere in der Schlacht von Lepanto.
- 12:00Kamerlengo, und die Mauern über dem Kanal
Venedig baute sie im 15. Jahrhundert, um den Hafen zu halten, einst durch Mauern mit dem runden Markusturm verbunden. Die Wehrgänge abgehen für den Blick hinüber nach Čiovo. Im Sommer wird der dachlose Innenhof nach Einbruch der Dunkelheit zur Freilichtbühne, ein zweiter Grund, den Abend zu bleiben.
- 14:00Über die Brücke nach Čiovo
Die südliche Brücke bringt einen in fünf Minuten von der Insel und aus dem Gedränge. Čiovo hat Küstengassen, Konobas und Kieselbuchten, und die Brückenmitte ist der beste Ort, um auf die Stadt zurückzusehen, die man gerade verlassen hat.
- 19:00Die Riva, wenn die Tagesboote weg sind
Die Uferzeile ist die Bühne, von der aus man die ganze Insel sieht, und nach sechs gehört sie wieder der Stadt. Einen Tisch nehmen, den Booten über den Kanal zusehen und für das Licht auf dem Stein bleiben.
Anreise und Parken
Der Busbahnhof liegt auf dem Festland nördlich des Stadttors, neben dem Markt. Die Linie nach Split verläuft entlang der Küste durch Kaštela, alle halbe Stunde und im Sommer noch häufiger, und auch die Busse nach Šibenik und Zadar halten hier. Im Sommer verkehrt ein Personenboot von der Riva nach Split mit Halt in Slatine auf Čiovo, langsamer als der Bus, aber mit Blick über die Bucht von Kaštela die ganze Strecke über. Die Parkplätze beim Busbahnhof und gleich hinter der Brücke auf Čiovo sind im Juli und August ab dem späten Vormittag voll, daher früh anreisen oder das Auto bei der Unterkunft lassen. Segler legen in der Marina Baotić an, am Ufer zwischen Seget und der Stadt.
Strände auf Čiovo und auf dem Festland
Die Altstadt hat keinen Strand. Die nächsten Badestellen liegen jenseits der Brücke auf Čiovo, dessen Nordufer dem Festland über einen schmalen Kanal gegenüberliegt, sodass das Meer ruhig ist und die Buchten klein sind und aus Kies bestehen: Saldun und Rožac liegen westlich der Brücke, Miševac und Kava östlich davon Richtung Slatine. Das Südufer liegt offen zur See, mit klarerem Wasser und mehr Wind. Auf dem Festland erstreckt sich Medena fast 2 km entlang der Küste Richtung Westen nach Seget, und Pantan liegt östlich der Stadt, wo Süßwasser in einem Sumpf neben einer Mühle aus dem 16. Jahrhundert und ihrem Wehrturm zutage tritt. Jeder Strand besteht aus Kies oder Fels, daher Badeschuhe mitbringen.

| Strand | Wo | Was einen erwartet |
|---|---|---|
| Okrug Gornji (Copacabana) | Čiovo, Südwesten | Fast 2 km feiner Kies, Bars, Liegen, Rutschen und Wassersport |
| Medena | Festland, Richtung Westen nach Seget | Kiesbuchten und Plattformen unterhalb einer Hotelzone, flacher Einstieg |
| Labadusa | Čiovo, Süden, bei Kap Okrug | Kies und flacher Fels, Pinien bis ans Wasser, ganztägig Schatten |
| Bucht Duga | Čiovo, Süden | Feiner Kies mit Sand, flach und geschützt, gut für kleine Kinder |
| Saldun | Čiovo, Norden, westlich der Brücke | Schmale, tiefe Bucht, kein Wellengang, wärmeres Wasser, vertäute Boote |
| Slatine und Cava | Čiovo, östliches Ende | Kleine, ruhige Buchten, etwa 30 Minuten über eine schmale Straße von der Stadt |
Kleinere Sehenswürdigkeiten abseits des Platzes
Ist der Platz besichtigt, halten die Gassen noch ein gutes Dutzend kleinerer Dinge bereit, die meisten davon von der Straße aus kostenlos zu sehen. Das Nordtor der Stadt ist ein Renaissancebogen aus dem 17. Jahrhundert mit dem seligen Johannes, dem Stadtpatron, in der Nische darüber. An der Nordwestecke steht der Markusturm, rund und niedrig, errichtet in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, um zusammen mit Kamerlengo den westlichen Zugang zu schließen, und die Čiovo-Brücke ist der einzige Ort, von dem aus man beide auf einem Bild einfangen kann. Im Park am Westrand steht die Marmont-Gloriette, ein kleiner Kuppelpavillon auf Steinsäulen, errichtet unter französischer Herrschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

- Kirche des Heiligen Sebastian, 1476 als Gelübde nach der Pest auf dem Hauptplatz errichtet, mit Statuen in den Nischen ihrer Renaissancefassade.
- Vitturi-Turm in den südlichen Gassen, das Turmhaus einer Adelsfamilie mit dem Lager im Erdgeschoss und den Wohnräumen darüber.
- Palast Garagnin-Fanfogna im nördlichen Teil des Altstadtkerns, im 18. und 19. Jahrhundert aus älteren Häusern zusammengefügt, heute das Stadtmuseum.
- Kirche und Kloster des Heiligen Dominikus am Südufer, 14. Jahrhundert, ein hohes Schiff unter offenem Dachstuhl und ein schlichtes Inneres.
- Der Fischmarkt in der überdachten Steinhalle nördlich des Altstadtkerns, neben dem Stadtmarkt, geöffnet vom frühen Morgen an, bis der nächtliche Fang verkauft ist.
Tagesausflüge mit der Fähre und zu Fuß
Drvenik Veli ist die Insel westlich von Trogir, etwa 12 Quadratkilometer groß mit rund 100 Einwohnern, ohne Quelle und mit einem Leben, das auf Zisternen, Oliven und Fisch beruht. Von Trogir verkehrt eine Fähre, die Abfahrten sind selten, daher vor dem Einsteigen die Rückfahrt prüfen. Im Landesinneren überquert der Pass Malačka den Bergrücken Kozjak nördlich von Kaštela auf etwa 400 m und eröffnet die Wanderung entlang des Kamms, wo es kaum Schatten gibt, daher Wasser mitnehmen und früh starten. Seget Donji, 2 km westlich, bewahrt einen Teil der Mauern, die es im 16. Jahrhundert gegen Piraten errichtete, und Arbanija, 3 km entlang des Nordufers von Čiovo, besitzt das Kloster des Heiligen Kreuzes, errichtet 1432 von Dominikanern, die mit Siedlern aus Albanien kamen.

Wo übernachten
In der Altstadt schläft man in einem Steinhaus an einer Gasse, die zu schmal für ein Auto ist: Das Gepäck kommt zu Fuß vom Parkplatz, und in den Zimmern über der Riva hört man die Bars bis spät in die Nacht. Mastrinka, gleich hinter der Brücke auf Čiovo, bietet vom Balkon aus den Blick auf die gesamte Altstadt jenseits des Kanals, einen Ribola-Supermarkt für den täglichen Bedarf und einen kurzen Fußweg hinein. Okrug Gornji eignet sich für alle, die zuerst den Strand wollen und danach die Stadt. Arbanija und Slatine am Nordufer sind die ruhigen Optionen, und Slatine hat im Sommer die Bootsanlegestelle nach Split. Seget Donji und die Hotelzone Medena liegen 2 km westlich auf dem Festland mit einer Promenade und einem langen Strand.
Die Orte im Einzelnen
| Ort | Was es ist | Benötigte Zeit |
|---|---|---|
| Kathedrale des Heiligen Laurentius | Kathedrale, erbaut vom 13. bis 17. Jahrhundert, 47 m hoher Glockenturm | 1 Stunde |
| Stadtloggia | Offene Gerichtshalle aus dem 15. Jahrhundert auf dem Hauptplatz | 10 Minuten |
| Palast Cipiko | Palast einer Adelsfamilie im gotischen und Renaissancestil | 10 Minuten |
| Rathaus von Trogir | Sitz der Stadtverwaltung aus dem 15. Jahrhundert mit Arkadenhof | 15 Minuten |
| Benediktinerkloster St. Nikolaus | Kloster von 1064 mit dem Kairos-Relief und einer Sammlung sakraler Kunst | 30 Minuten |
| Südliches Stadttor | Seetor aus dem 16. Jahrhundert zur Uferpromenade | 5 Minuten |
| Festung Kamerlengo | Venezianische Festung von 1420 bis 1437 mit begehbarer Wehrmauer | 30 bis 45 Minuten |
| Fischmarkt von Trogir | Fischhalle am Vormittag neben dem Stadtmarkt | 20 Minuten |
| Souvenirmarkt von Trogir | Stände und Geschäfte beim Nördlichen Stadttor | 20 Minuten |
| Čiovo-Brücke | Klappbrücke über den Kanal nach Čiovo | 5 Minuten |
| Strand Rožac | Kiesstrand eines Campingplatzes mit Pinienschatten auf Čiovo | ein halber Tag |
| Strand Pantan | Sumpfschutzgebiet, Mühle aus dem 16. Jahrhundert und Kiesstrand | 1 bis 2 Stunden |
| Blaue Lagune Krknjaši | Flache Sandlagune vor Drvenik Veli, mit dem Boot erreichbar | ein halber Tag |
Kathedrale des Heiligen Laurentius
Der Bau zog sich vom 13. bis ins 17. Jahrhundert hin, die Kathedrale, die man heute betritt, entstand also über 400 Jahre nach einem einzigen Plan. Radovan signierte sein Portal, was bei einem mittelalterlichen Steinmetz selten ist und mit ein Grund dafür, dass sein Name überliefert ist. Im Inneren stammt die Kapelle des seligen Johannes von Trogir aus dem 15. Jahrhundert und ist ein Werk von Nikola Firentinac, mit einer Reihe von Statuen, die in Nischen an den Wänden stehen. Der Glockenturm ist 47 m hoch und wurde über mehrere Jahrhunderte erbaut, der Aufstieg erfolgt über enge Stufen, man sollte die Kehren langsam nehmen und entgegenkommende Personen vorbeilassen. Von oben überblickt man die ganze Insel.
Stadtloggia
Die Loggia wurde im 15. Jahrhundert als offener Gerichtssaal der Stadt errichtet. Hier wurde öffentlich Recht gesprochen, und die Beschlüsse der Stadtregierung wurden allen vorgelesen, die auf dem Platz standen. Sie ist auf 3 Seiten offen und von einem Dach überdeckt, der steinerne Tisch, an dem die Richter saßen, steht noch immer an seinem Platz. An der Wand dahinter befindet sich ein Relief der Justitia von Nikola Firentinac, genau dort angebracht, wo die Richter es nicht übersehen konnten. Im 20. Jahrhundert kam ein von Ivan Meštrović geschaffenes Relief von Ban Petar Berislavić hinzu. Die Loggia ist jederzeit zugänglich, und mittags spendet ihr Dach den einzigen Schatten auf dem Platz.

Palast Cipiko
Der Kathedrale gegenüber steht das Haus der Familie Cipiko, der mächtigsten Familie im Trogir des 15. Jahrhunderts. Sie waren Adlige, Reeder und Humanisten. Koriolan Cipiko nahm an venezianischen Flottenfeldzügen teil und verfasste darüber einen Bericht auf Latein, hier hielt er eine Bibliothek und eine Sammlung antiker Inschriften. Die Fassade vereint einen gotischen Teil mit einem Dreifachfenster im Obergeschoss und Renaissancearbeiten von Andrija Aleši und Nikola Firentinac, denselben Meistern, die auf der anderen Seite des Platzes an der Kathedrale arbeiteten. Im Innenhof wird noch der Bug einer in einer Seeschlacht erbeuteten Galeere aufbewahrt. Der Palast ist vom Platz aus zu sehen, ein Teil des Inneren öffnet gelegentlich für Ausstellungen.

Rathaus von Trogir
Das Rathaus schließt eine Seite des Platzes ab und beherbergt seit dem Mittelalter die Verwaltung von Trogir. Das heutige Gebäude entstand im 15. Jahrhundert, die Fassade wurde zuletzt im 19. Jahrhundert erneuert. Sehenswert ist das Innere: ein Innenhof mit steinerner Treppe, eine offene Arkade und die Wappen der Grafen der Stadt, die nebeneinander in die Wand eingelassen sind. Höfe wie dieser dienten als Arbeitsraum, ein Teil der städtischen Geschäfte wurde im Freien erledigt. Die Gemeindeverwaltung arbeitet noch immer hier, deshalb ist der Hof während der Bürozeiten zugänglich. Der Eintritt ist frei, und von außen lässt sich davon nichts erahnen.

Benediktinerkloster St. Nikolaus
Das Kloster St. Nikolaus wurde 1064 gegründet, keine andere Gemeinschaft in Trogir ist so lange am selben Ort geblieben. Es steht auf antiken Fundamenten, und so kam auch das Kairos-Relief ans Licht: 1928 fand man es in eine Mauer eingelassen, wo es jahrhundertelang als gewöhnlicher Baustein gedient hatte. Kairos ist ein geflügelter Jüngling im Lauf, mit einer Haarlocke auf der Stirn und rasiertem Nacken. Die Schwestern leben noch immer hier und betreuen um das Relief herum eine Sammlung sakraler Kunst: mittelalterliche Handschriften, liturgisches Gerät, Gemälde und Steinfragmente aus den frühesten Jahren des Klosters. Die Eintrittskarte ist günstig, und dezente Kleidung ist Pflicht. Der Besuch dauert etwa eine halbe Stunde.
Südliches Stadttor
Das Südtor war die Tür der Stadt zum Meer, der Weg hinaus zu den Booten und zum Fischverkauf. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist bewusst schlicht gehalten: ein Bogen mit gemeißeltem Rahmen ohne Schmuck, denn es diente dem alltäglichen Verkehr und war nie für Repräsentation gedacht. Über dem Durchgang ist ein Wappen angebracht, an den Seiten sind Spuren der Mauern zu erkennen, die einst die ganze Insel umgaben. Heute öffnet sich das Tor direkt zur Uferpromenade mit ihren Palmen. Der Durchgang ist eng und überdacht, was im Sommer einen Moment Schatten bietet, von dort erreicht man den Hauptplatz in 2 Minuten über die Gassen nach Norden.
Festung Kamerlengo
Kamerlengo entstand zwischen 1420 und 1437, in den ersten Jahren, nachdem Trogir unter venezianische Herrschaft kam. Der Name geht auf den Camerlengo zurück, den venezianischen Beamten, der die Finanzen der Stadt verwaltete und hier wohnte, die Festung war also ebenso Amtssitz wie Garnison. Der Grundriss ist ein unregelmäßiges Viereck mit einem Turm an jeder Ecke und einem hohen Rundturm zur Meerseite, die Mauern sind so ausgerichtet, dass sie die Hafeneinfahrt und die Durchfahrt nach Čiovo überwachen. Im Sommer dient das Innere als Freilichtbühne für Konzerte und Filmvorführungen, daher lohnt ein Blick ins Programm. Die Eintrittskarte ist günstig. Vom Turm aus überblickt man die gesamte Altstadt und den Kanal, der nach Osten in Richtung Split verläuft.

Fischmarkt von Trogir
Die Fischhalle steht neben dem Stadtmarkt am nördlichen Stadtrand, das Gebäude wurde eigens für diesen Zweck gebaut: Steintheken, offene Seiten für den Durchzug und Abflüsse im Boden, denn Fisch brauchte Schatten und fließendes Wasser, bevor es Kühlschränke gab. Der Fang stammt aus den Buchten von Kaštela und Split sowie aus dem offenen Meer um Šolta und Drvenik: Sardine, Sardelle, Seehecht, Goldbrasse, Wolfsbarsch, Drachenkopf und Kalmar, gelegentlich auch Kaisergranat. Die Preise ändern sich täglich, montags ist die Auswahl geringer. Die Verkäufer putzen den Fisch auf Wunsch. Geöffnet ist nur vormittags, die beste Auswahl gibt es gleich nach der Öffnung.

Souvenirmarkt von Trogir
Die Souvenirstände und -geschäfte konzentrieren sich beim Nördlichen Stadttor und entlang der Strecke zum Markt, wo die meisten Besucher hineingehen. Das Angebot entspricht dem üblichen Standard dalmatinischer Städte: Magnete, Postkarten, T-Shirts, Meersalz, Lavendel, Seifen, Schmuck und Textilien. Was wirklich aus der Region stammt, ist Olivenöl von den umliegenden Feldern, Honig, Kräuter und Gegenstände aus Brač-Stein aus den Werkstätten der Steinmetze, denn die Steinmetzkunst in Trogir geht auf dieselben Meister zurück, die die Kathedrale schufen. Wer Öl kauft, sollte fragen, welche Mühle es gepresst hat und aus welcher Ernte es stammt. Bei Stein fragt man, wer ihn gefertigt hat. Die Preise liegen höher als im Hinterland, am leichtesten lässt es sich gegen Abend stöbern, wenn die Tagesgruppen weg sind.
Čiovo-Brücke
An dieser Stelle gibt es seit Jahrhunderten eine Überfahrt, zunächst mit Fähre und Booten, später mit einer Brücke. Der Kanal ist so schmal, dass man Details am gegenüberliegenden Ufer erkennen kann, dennoch war er für die Stadt von Bedeutung, weil er den Stadtkern vom dahinterliegenden Land trennte und die Verteidigung erleichterte. Die heutige Brücke ist niedrig und hat einen beweglichen Teil, der Schiffe durchlässt. Im Sommer öffnet sie nach einem festen Zeitplan, der Verkehr steht kurz still, und Menschen versammeln sich, um zuzusehen. Jedes Auto auf dem Weg zu den Stränden von Čiovo fährt darüber, deshalb staut sich der Verkehr im Juli und August ständig. Zu Fuß ist man in einer Minute drüben, und von der Mitte aus sieht man die gesamte Riva auf einen Blick.

Strand Rožac
Rožac ist eine Bucht an der Nordküste von Čiovo, an der Straße Richtung Okrug, und dient als Strand eines Campingplatzes, der hier seit Jahrzehnten besteht. Das Ufer ist kiesig, teils betoniert, mit flach abfallendem Zugang zum Meer, die Pinien dahinter wurden bei der Eröffnung des Campingplatzes gepflanzt, sodass es auch mittags Schatten gibt. Das Festland auf der anderen Seite des Kanals schützt das Wasser, sodass es fast den ganzen Sommer über ruhig und nahe am Ufer flach bleibt, weshalb Familien hierherkommen. Es gibt Duschen, eine Bar, Liegen zum Verleih und einen Laden auf dem Campingplatz. Von Trogir sind es 10 Minuten Fahrt über die Brücke. Der Parkplatz liegt an der Straße und ist im Sommer schon vor Mittag voll.
Strand Pantan
Pantan liegt östlich der Stadt, etwa 10 Minuten mit dem Rad oder Auto vom Zentrum entfernt, an einer Stelle, an der Grundwasser austritt und einen Sumpf bildet, ein an dieser Küste seltenes Habitat. Das beständige Süßwasser ist der Grund, warum hier ab dem 16. Jahrhundert eine Mühle in Betrieb war, deren befestigter Turm zum Schutz vor Piraten erhalten und restauriert ist. Der Sumpf steht als Vogelschutzgebiet unter Schutz. Zugvögel nisten und rasten im Schilf, darunter Reiher und Enten, und im Wasser leben endemische Fische, ein Fernglas lohnt sich also, falls vorhanden. Am Rand des Schutzgebiets liegt ein zum offenen Meer ausgerichteter Kiesstrand, ruhiger als die Strände näher an der Stadt.
Blaue Lagune Krknjaši
Die Lagune liegt zwischen Drvenik Veli und 2 kleinen Inseln, die sie im Südwesten abschließen. Der Grund ist sandig, hell und flach, sodass das Wasser eine helle Farbe annimmt, die man an diesem Abschnitt der Adria nur selten sieht, und genau wegen dieser Farbe kommen die Ausflugsboote aus Trogir und Split hierher. Sie treffen im späteren Vormittag ein. Zum Baden eignet sich die Lagune gut für Kinder, denn man kann weit hinauswaten, und es gibt keine Strömung. Eine Taverne auf Krknjaši ist in der Saison geöffnet, ansonsten sind die Inseln unbewohnt, daher sollte man Wasser und etwas für den Schatten mitnehmen. Man kommt mit einem organisierten Ausflug oder dem eigenen Boot. Am ruhigsten ist die Lagune früh am Morgen, bevor die ersten Boote eintreffen.
Häufige Fragen
- Lohnt sich Trogir, wenn man Split schon gesehen hat?
- Ja, weil beide nicht dieselbe Art Ort sind. Split ist ein römischer Palast, in den eine Stadt hineinwuchs, Trogir eine kompakte mittelalterliche und Renaissance-Stadt, die überhaupt nie wuchs. Trogir hat außerdem etwas, das Split nicht hat: Radovans Kathedralenportal von 1240, die bedeutendste romanische Bildhauerei Kroatiens. Ein halber Tag reicht, der Bus von Split braucht etwa vierzig Minuten.
- Wie weit ist Trogir vom Flughafen Split entfernt?
- Etwa fünf Kilometer, das sind zehn Minuten mit dem Auto und ungefähr genauso lange mit dem Linienbus. Der Flughafen liegt tatsächlich näher an Trogir als an Split, ein früher Flug oder eine späte Ankunft ist von hier aus also deutlich einfacher. Für die erste oder letzte Nacht in Dalmatien ist das die praktische Wahl, und von den meisten Unterkünften läufst du in die Altstadt.
Offizielle Quellen
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