Ab 1. Oktober 2026 müssen Läden, Cafés, Restaurants und Friseure in Kroatien neben dem aktuellen Preis den Preis vom 10. September zeigen. Was das für dich heißt.
Geprüft: 28. September 2026
Ab 1. Oktober 2026 gilt in Kroatien eine neue Regel für fast jeden Preis, den du siehst. Läden, Marktstände, Cafés, Restaurants, Friseure, Werkstätten und Onlineshops müssen neben dem aktuellen Preis auch den Preis angeben, den dasselbe Produkt oder dieselbe Leistung am 10. September 2026 hatte. In Kroatien heißt das "sidrena cijena", der Ankerpreis; amtlich ist es die "dodatna cijena", der Zusatzpreis. Die Regierung hat ihn als direkte Preiskontrolle eingeführt, damit Kundinnen und Kunden auf einen Blick sehen, ob etwas teurer geworden ist. Für Lebensmittel, Getränke, Kosmetik, Reinigungsmittel, Hygieneartikel und Haushaltswaren, die schon seit dem 2. Mai 2025 einen zweiten Preis tragen, ändert sich nichts: Ihr Stichtag bleibt der 2. Mai 2025.
| Punkt | Regel |
|---|---|
| Gilt ab | 1. Oktober 2026 |
| Wer sie zeigen muss | Alle Händler und Dienstleister, die an Verbraucher verkaufen: Läden, Märkte, Cafés, Restaurants, Friseure, Werkstätten, Telekom, Onlineshops, Apotheken bei rezeptfreien Produkten |
| Stichtag | 10. September 2026 für alle Dienstleistungen und für Waren, die neu erfasst sind |
| Lebensmittel, Getränke, Kosmetik, Reinigung, Hygiene, Haushaltswaren | Behalten den Stichtag 2. Mai 2025 |
| Nicht erfasst | Unterkunftspreise im eigenen Buchungssystem oder auf Buchungsplattformen; Angebote Dritter auf Plattformen; Treue-Apps und Mitgliederpreise |
| Wie er angezeigt wird | Auf demselben Schild bzw. in derselben Preisliste, klar und lesbar; empfohlen: "Cijena na 10.09.2026." |
| Preislisten online | Alle mit Website: .csv oder .xml, Läden werktäglich bis 8 Uhr, Dienstleister am Tag jeder Änderung |
| Kontrolle und Bußgelder | Staatsinspektorat; Unternehmen 3.000 bis 30.000 Euro, Handwerker und Selbstständige 1.000 bis 20.000 Euro |
| Rechtsgrundlage | Beschlüsse in Narodne novine 101/2026 vom 11. September 2026; Gesetz über außerordentliche Preiskontrollen, NN 40/25 |
Was du auf Preisschildern und Speisekarten siehst
Der zweite Preis muss dort stehen, wo auch der aktuelle steht: auf demselben Regaletikett, auf derselben Speisekarte oder Preisliste. Eine eigene Liste mit alten Preisen ist nicht erlaubt. Betriebe dürfen Schriftgröße und Position selbst wählen, also ob der Ankerpreis über, unter oder neben dem aktuellen Preis steht, er muss aber für einen durchschnittlichen Kunden klar und lesbar sein. Das Wirtschaftsministerium empfiehlt, daneben nur den Stichtag zu schreiben, etwa "Cijena na 10.09.2026.", ohne die Wörter "sidrena" oder "dodatna cijena". Auf den meisten Schildern und Karten wirst du also ein Datum sehen und keine Bezeichnung.
Der Ankerpreis muss auch dann dastehen, wenn sich nichts geändert hat. Ein Kaffee, der am 10. September so viel kostete wie heute, trägt denselben Betrag zweimal, einmal als heutigen Preis und einmal mit dem Datum 10. September 2026. Produkte und Leistungen, die erst nach dem 10. September ins Angebot kamen, zeigen den Preis vom Tag, an dem sie zum ersten Mal verkauft wurden, mit diesem Datum. Eine neue interne Nummer oder ein neuer Name macht dasselbe Produkt nicht neu, und ein Artikel, der am 10. September gerade nicht vorrätig war, behält den Preis, der an diesem Tag im System stand.
Rabatte: drei Preise auf einem Schild
Bei Aktionen und Rabatten kommt der Ankerpreis zu der Regel hinzu, die es schon gab: Auf dem Schild stehen dann der reduzierte Preis, der niedrigste Preis der letzten 30 Tage und der Ankerpreis, der Grundpreis pro Einheit darf entfallen. War ein Produkt am 10. September gerade im Angebot, ist sein Ankerpreis der reguläre Preis vor der Aktion und nicht der reduzierte. Preise für bestimmte Gruppen, etwa Barzahlungsrabatt, Rentnerrabatt, Treue-Apps und Mitgliederprogramme, gelten nicht als Ankerpreis.
Was sich für Reisende ändert
- Cafés, Bars und Restaurants: Speise- und Getränkekarten müssen für jeden Posten beide Preise zeigen, auf derselben Karte.
- Friseure, Werkstätten, Telekom-Anbieter und andere Dienstleister: Die Preisliste zeigt neben dem aktuellen Preis den Preis vom 10. September 2026.
- Ferienwohnungen und Hotels: Unterkunftspreise im eigenen Buchungssystem oder auf Buchungsplattformen sind ausgenommen.
- Buchungs- und Lieferplattformen: Gerichte, Zimmer oder Tickets, die für andere verkauft werden, sind ausgenommen; nur eigene Gebühren der Plattform, etwa Liefer- oder Servicegebühr, Bahnsteigkarte oder Garderobe, brauchen den Ankerpreis.
- Apotheken: Die Regel gilt für rezeptfreie Produkte wie Sonnencreme, Vitamine, Nahrungsergänzung und Pastillen.
- Leistungen mit Preisen nach Nachfrage, Strecke oder Algorithmus: Der Ankerpreis gilt für die einzelnen Preisbestandteile, die am 10. September 2026 galten.
- Werbung: Prospekte, Plakate, Bildschirme im Laden und Websites müssen den Ankerpreis enthalten; Fernsehen, Radio und Treueprogramme sind ausgenommen, Prospekte, die nach dem 1. Oktober gedruckt werden, müssen ihn schon tragen.
Preislisten im Internet
Ein zweiter Beschluss vom selben Tag weitet eine Regel aus, die bisher nur für große Supermärkte galt. Jeder Händler und Dienstleister mit eigener Website, auch einer reinen Präsentationsseite, muss dort seine Preisliste als maschinenlesbare .csv- oder .xml-Datei veröffentlichen. Läden aktualisieren sie an jedem Werktag bis 8 Uhr, Dienstleister bis 8 Uhr am Tag einer Preisänderung, ältere Listen bleiben mindestens 30 Tage online. Bei Waren zeigt die Liste außerdem, ob ein Artikel in genau diesem Laden vorrätig ist. Ein Profil in sozialen Netzwerken gilt nicht als Website. Preisvergleichsseiten und Apps können diese Dateien automatisch auslesen, genau dafür ist das Format gedacht.
Kontrollen und Bußgelder
Die Einhaltung kontrolliert das Staatsinspektorat (Državni inspektorat). Nach Artikel 20 des Gesetzes über außerordentliche Preiskontrollen drohen einem Unternehmen, das die Preise nicht klar, sichtbar und lesbar angibt, 3.000 bis 30.000 Euro Bußgeld und der verantwortlichen Person 1.000 bis 4.000 Euro; Handwerker und Selbstständige zahlen 1.000 bis 20.000 Euro, Händler als Privatperson 1.000 bis 6.000 Euro. Ein Vorteil aus dem Verstoß wird eingezogen.
So nutzt du die zwei Preise
- Vergleiche die beiden Beträge: Ist der heutige Preis höher als der mit dem Datum 10. September, ist er seitdem gestiegen; bei Lebensmitteln und Haushaltswaren reicht der Vergleich bis zum 2. Mai 2025.
- Steht nach dem 1. Oktober auf einem Schild, einer Karte oder Preisliste nur ein Preis, frag nach der vollständigen Preisliste: Beide Preise müssen auf derselben Liste stehen.
- Fehlende oder unklare Preise kannst du dem Staatsinspektorat melden, das die Regel überwacht (dirh.gov.hr).
- Vor einem Großeinkauf lohnt ein Blick in die Online-Preislisten der Supermärkte oder in eine Vergleichs-App, die sie auswertet.
Warum Kroatien das macht
Beide Beschlüsse hat die kroatische Regierung auf ihrer 201. Sitzung im Rahmen des elften Maßnahmenpakets zum Schutz von Haushalten und Wirtschaft vor steigenden Preisen gefasst; veröffentlicht wurden sie im Amtsblatt Narodne novine Nr. 101/2026 vom 11. September 2026. Grundlage ist das Gesetz über außerordentliche Preiskontrollen vom März 2025. Laut Wirtschaftsministerium sollen sie den Inflationsdruck dämpfen, Preise transparenter machen, die Wirkung von Preisänderungen verfolgbar machen und Verbrauchern fundierte Entscheidungen ermöglichen. Die erste Fassung der Regel, gültig seit dem 2. Mai 2025, betraf nur Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Getränke und bei den Online-Preislisten nur große Märkte; ab 1. Oktober gilt sie für alle Produkte und alle Dienstleistungen.
Häufige Fragen
- Ab wann müssen in Kroatien zwei Preise angezeigt werden?
- Ab 1. Oktober 2026. Zwei Regierungsbeschlüsse im Amtsblatt Narodne novine 101/2026 vom 11. September 2026 verpflichten alle Händler und Dienstleister, neben dem aktuellen Preis den Preis vom 10. September 2026 anzugeben.
- Was ist die "sidrena cijena"?
- Das ist der Ankerpreis: der Preis, den ein Produkt oder eine Leistung am Stichtag hatte, also am 10. September 2026, bei Lebensmitteln, Getränken, Kosmetik, Reinigungsmitteln, Hygieneartikeln und Haushaltswaren am 2. Mai 2025. Er muss auch dann dastehen, wenn er dem heutigen Preis entspricht.
- Gilt die Regel auch für Restaurants und Cafés?
- Ja. Erfasst sind alle Dienstleistungen, auch die Gastronomie. Speise- und Getränkekarten müssen für jeden Posten beide Preise auf derselben Karte zeigen; eine eigene Liste mit alten Preisen ist nicht erlaubt.
- Müssen Ferienwohnungen und Hotels zwei Preise zeigen?
- Nicht für Unterkunftspreise im eigenen Buchungssystem oder auf Buchungsplattformen: Die nimmt das Wirtschaftsministerium ausdrücklich aus. Andere Leistungen, die sie direkt verkaufen, etwa in der Hotelbar, folgen der allgemeinen Regel.
- Welche Bußgelder drohen, wenn der Ankerpreis fehlt?
- Nach Artikel 20 des Gesetzes über außerordentliche Preiskontrollen: 3.000 bis 30.000 Euro für Unternehmen und 1.000 bis 4.000 Euro für die verantwortliche Person, 1.000 bis 20.000 Euro für Handwerker und Selbstständige und 1.000 bis 6.000 Euro für Händler als Privatperson. Kontrolliert wird vom Staatsinspektorat.
Offizielle Quellen
- Narodne novine 101/2026: Beschluss über den Zusatzpreis
- Narodne novine 101/2026: Beschluss über die Veröffentlichung von Preislisten
- Wirtschaftsministerium: Erläuterungen zur Anwendung ab 1. Oktober 2026 (PDF)
- Gesetz über außerordentliche Preiskontrollen, NN 40/25
- Beratungsdienst des Landwirtschaftsministeriums: Zusatzpreis und Preislisten
- Staatsinspektorat der Republik Kroatien
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