In Pula steht ein fast vollständiges römisches Amphitheater am Hafen, der Hauptplatz ist seit zwei Jahrtausenden das Forum, und um die Stadt zieht sich ein Ring österreichischer Festungen. Dieser Guide sortiert, was davon deine Zeit verdient, und wo die Strände liegen.
Pula behandelt seine Antike als Gebrauchsgegenstand. Das Forum ist bis heute der Hauptplatz, mit dem Augustustempel an der Stirnseite und dem Rathaus daneben, das seit dem Mittelalter römische Spolien in den Mauern trägt. Durch den Sergierbogen läuft der Abendkorso, und die Arena am Hafen, eines der sechs größten erhaltenen Amphitheater der römischen Welt, füllt sich im Sommer mit Konzerten und dem ältesten Filmfestival Kroatiens. Darüber liegt eine zweite Schicht: Als Hauptkriegshafen Österreich-Ungarns bekam Pula im 19. Jahrhundert einen Ring aus Festungen, der heute halb verwildert über den Stränden liegt.
Das römische Pula an einem Vormittag
Die Runde beginnt an der Arena, deren Außenring mit allen vier Treppentürmen steht. Im Untergeschoss, wo einst Kulissen und Käfige warteten, erzählt eine Ausstellung von Amphoren, Öl und Wein, den eigentlichen Reichtümern des römischen Istrien. Vom Amphitheater sind es fünf Minuten zum Herkulestor, dem ältesten erhaltenen Stadttor, und zu den Zwillingstoren, hinter denen das Kleine Römische Theater im Hang liegt. Über die Kandlerova erreichst du das Forum mit dem Augustustempel, im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen und Stein für Stein wieder aufgerichtet. Den Schluss macht das Bodenmosaik mit der Bestrafung der Dirke, das nach einem Bombentreffer unter einem Wohnhof zum Vorschein kam und dort frei zugänglich hinter einem Gitter liegt.
- Die Zerostrasse, ein Tunnelsystem aus dem Ersten Weltkrieg, unterquert den Kastellhügel und bleibt auch im Hochsommer kühl. Oben wacht das venezianische Kaštel mit dem Historischen Museum Istriens und dem besten Rundblick der Stadt.
- Nach Einbruch der Dunkelheit leuchten die Lighting Giants, die angestrahlten Werftkräne gegenüber der Riva, ein Werk des Lichtdesigners Dean Skira. Der beste Blick ist von der Uferpromenade.
- Für die Brijuni-Inseln fährt das Parkboot ab Fažana, zwanzig Autominuten nördlich. Auf der Hauptinsel liegen römische Villenreste, ein Safaripark aus Titos Staatsgeschenken und Dinosaurierspuren im Uferfels, alles per Leihrad zu machen.
- Das Kap Kamenjak bei Premantura schließt Istrien nach Süden ab: niedrige Klippen zum Springen, Buchten mit ruhigem Wasser und ein Klippenpfad über dem offenen Meer. Der Eintritt wird pro Auto erhoben, mit dem Rad ist er frei.
Festungsring und Strände
Vom österreichischen Pula stehen noch Dutzende Werke. Fort Punta Christo über der Bucht von Štinjan ist das größte und trägt heute Festivals, Fort Bourguignon und Fort Verudela liegen direkt an den Badebuchten, und im Fort Verudela wohnt das Aquarium der Stadt. Wen die Epoche ernsthaft interessiert, der geht zum Marinefriedhof im Stadtteil Stoja, wo die k.u.k.-Marine ihre Toten aus allen Kronländern begraben hat. Die Strände liegen auf der Halbinsel Verudela und an der Küste südlich davon: Hawaii unter der Felskante, Ambrela als flach abfallende Familienbucht, Valkane mit stufenlosem Zugang, dazu die Kiefern von Stoja und der Stadtwald Šijana für den Schatten.
“Pula parkt den Feierabendverkehr neben einem Tempel aus der Zeit des Augustus und schaut in einem römischen Amphitheater Filme. Diese Selbstverständlichkeit ist die eigentliche Sehenswürdigkeit.”
Praktisch: Das römische Zentrum ist flach und in einem halben Tag zu Fuß zu machen, für die Arena samt Untergeschoss reicht eine Stunde. Die Stadt ist offiziell zweisprachig, Straßenschilder tragen auch die italienischen Namen, und Pola ist derselbe Ort. Im Juli und August prüfe vor dem Arenabesuch den Veranstaltungskalender, an Konzert- und Festivalabenden schließt die Besichtigung früher. Als Standort funktioniert Verudela mit Strand vor der Tür am besten, ins Zentrum sind es von dort vierzig Gehminuten am Wasser entlang oder ein Stadtbus.
Häufige Fragen
- Lohnt sich die Pula Arena von innen?
- Ja, vor allem wegen des Untergeschosses: Dort zeigt eine Ausstellung Amphoren und Pressen aus der istrischen Öl- und Weinwirtschaft, und du stehst in den Gängen, durch die Gladiatoren und Kulissen kamen. Eine Stunde reicht für den ganzen Bau. An Konzert- und Festivalabenden schließt die Besichtigung früher, im Sommer also vorher den Kalender prüfen.
- Reicht ein Tag für Pula?
- Für das römische Zentrum ja: Arena, Forum, Sergierbogen, Herkulestor und das Mosaik passen in einen halben Tag, der Kaštel mit der Zerostrasse füllt den Nachmittag. Mit Brijuni oder dem Kap Kamenjak wird ein zweiter Tag daraus, und wer die Strände von Verudela ernst nimmt, bleibt ohnehin länger.

