
Altstadt auf der Insel
Ein einstiges Inselchen, durch einen Damm mit dem Festland verbunden: ein Knäuel steinerner Gassen, die sich spiralig zur Kirche oben schrauben.
Foto: rene boulay / CC BY-SA 3.0
Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert am Scheitel der Altstadt, mit einem Friedhof, dessen Blick auf die offene See den Atem nimmt.
Die Kirche des Heiligen Georg ist die Krone des Primoštener Inselchens: eine Pfarrkirche, errichtet im 15. Jahrhundert, als die Siedler vom Festland sich auf ihrer Insel erst festigten, durch die Jahrhunderte erweitert zum heutigen ruhigen, hellen Bau. Das Innere ist dalmatinisch schlicht, mit Barockaltären und Vergoldung, die aufglüht, wenn die Abendsonne durch die Fenster tritt; der wahre Wert des Ortes ist dennoch die Lage. Die Kirche steht am höchsten Punkt des Inselchens, und um sie breitet sich, wie es auf dalmatinischen Inseln Ordnung ist, der Friedhof: Reihen weißer Grabsteine mit einem Blick auf die offene See, den sich die teuersten Apartments wünschten.
Es klingt seltsam, doch gerade der Friedhof bei Sankt Georg ist einer der friedlichsten Orte Mitteldalmatiens: Zypressen, Stein, Meer bis zum Horizont und eine Stille, die nur die Glocke bricht. Der Aufstieg vom Stadttor dauert zehn Minuten leichten Schritts durch die schönsten Gassen des Ortes. Kommen Sie vor Sonnenuntergang, wenn sich der Stein ins Goldene wärmt und man vom Geländer sieht, wie sich die Inseln des Šibeniker Archipels eine hinter der anderen in immer blasseres Blau schichten.
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