Rijeka versteckt sein Bestes nicht in Seitengassen der Altstadt, sondern außerhalb des Zentrums: eine Torpedo-Startrampe, eine Frankopanenburg über dem Grobniker Feld, Kapitänshäuser in Kostrena und eine Festung ganz ohne Schild. Wo sie liegen, wie man hinkommt und wofür man wirklich ein Auto braucht.
Geprüft: 4 September 2026
Die meisten Listen mit Geheimtipps für Rijeka nennen in Wahrheit Dinge, die jeder sieht, der den Korzo entlanggeht. Der wirkliche Fall liegt anders: Was man in Rijeka verpasst, liegt außerhalb des engen Zentrums, an der Küste Richtung Osten, auf der Hochfläche über der Stadt und im Hinterland. Mehrere dieser Orte haben weder ein Schild noch Öffnungszeiten, und einer davon ist der letzte seiner Art auf der Welt.
Die Torpedo-Startrampe
Rijeka ist die Stadt, in der der Torpedo erfunden wurde. Die Idee eines selbstfahrenden Unterwassergeräts kam in den 1860er Jahren von Giovanni Luppis, einem pensionierten Offizier aus Rijeka, die technische Lösung erarbeitete der englische Ingenieur Robert Whitehead, der die Rijekaer Maschinenfabrik leitete. Der erste funktionierende Torpedo wurde 1866 vorgestellt und bald von fast allen Seemächten gekauft. Die Betonrampe am Meer diente der Erprobung: Der Torpedo wurde in den Kanal geschossen und seine Bahn verfolgt. Heute steht sie als technisches Denkmal unter Schutz und ist die letzte erhaltene ihrer Art weltweit. Sie ist von der Küstenstraße aus zu sehen, und das ist die halbe Geschichte: Sie steht dort ohne Zaun und ohne Eintritt, ein Stück Industriearchäologie, an dem die meisten Autofahrer vorbeifahren, ohne zu wissen, was sie sehen.
Kaštel Grobnik
Fünfzehn Kilometer nordöstlich von Rijeka steht auf einem Felshügel über dem Grobniker Feld eine Burg der Frankopanen, jener Familie, die seit dem 13. Jahrhundert Vinodol und das Hinterland hielt. Der Platz wurde wegen der Kontrolle über den Weg aus dem Landesinneren ans Meer gewählt, denn hier zogen die Waren zum Hafen von Rijeka. An die Burg knüpft sich die Überlieferung einer großen Schlacht auf dem Grobniker Feld im Jahr 1242, in der die tatarischen Verbände der Sage nach aufgehalten wurden. Erhalten sind Mauern, ein Turm und der Innenhof, der für Veranstaltungen genutzt wird. Eine Straße führt aus Čavle hinauf, das hier ist also ein Ziel fürs Auto.
Die Kapitänshäuser in Kostrena
Östlich von Rijeka steht am Ufer von Kostrena eine Reihe alter Steinhäuser, die Seefahrerfamilien errichteten. Seit dem 18. Jahrhundert brachte Kostrena Kapitäne und Matrosen hervor, die auf Segelschiffen über das Mittelmeer und die Ozeane fuhren, und das auf See verdiente Geld floss in Häuser am Ufer: daher ihre Größe, die steinernen Terrassen, die Fensterläden und Gärten mit Palmen, für gewöhnliche Fischerdörfer unüblich. Zwei davon heißen Türkisches Haus und Römisches Haus, Namen, die mündlich weitergegeben wurden, samt Geschichten von Reisen und Besitzern. Die Erdgeschosse bestehen aus großen Quadern mit überdachtem Durchgang zum Meer, im Obergeschoss wohnte die Familie, und die Treppe liegt außen an der Fassade. Das Innere ist nicht für Besucher geöffnet, die Häuser sieht man vom Uferweg aus, der die Buchten von Kostrena verbindet.
Die Festung Solin, ganz ohne Schild
Auf einer Anhöhe über der Küste östlich von Rijeka, von der aus die Einfahrt in die Bucht und der Weg nach Bakar überwacht werden, liegen die Reste einer Befestigung. Die Kuppen über dieser Küste wurden schon in vorgeschichtlicher Zeit befestigt, als die Liburner Wallburgen errichteten, Ringe aus Trockenmauer auf beherrschenden Hügeln, und später dienten dieselben Punkte als Wachposten, weil sie Übersicht über Meer und Straße gaben. Im Gelände lassen sich Mauerreste, Fundamente und ein geebnetes Plateau erkennen, der Hang ringsum ist mit Macchia und niedriger Kiefer bewachsen. Es gibt keinen hergerichteten Zugang und keine Schilder, ein unmarkierter Pfad führt hinauf. Am besten kommt man außerhalb der Sommermonate und trägt feste Schuhe: Das Gelände ist oft uneben.
Zwei Orte in der Stadt selbst
- Der Leuchtturm in Mlaka steht am Ende einer Mole im westlichen Teil des Hafens von Rijeka und bezeichnet den Zugang zu den dortigen Liegeplätzen. Errichtet wurde er, als der Hafen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Westen erweitert wurde, denn der Dampferverkehr brauchte auch nachts Marken, und Rijeka war damals einer der verkehrsreichsten Häfen der Adria. Ein niedriger weißer Turm, ringsum ein Betonkai, Arbeitsschiffe am Liegeplatz. Vom Zentrum geht man über den Uferweg etwa zwanzig Minuten.
- Das Heimatmuseum Drenova liegt auf der Hochfläche über der Stadt und ist dem Leben dieser Gegend gewidmet, bevor sie zu Rijeka kam. Drenova war jahrhundertelang ein Dorf, das die Stadt mit Gemüse, Holz und Kalk versorgte, und die Bewohner arbeiteten in Steinbrüchen und Kalköfen. Eben diese Themen bilden den Kern der Ausstellung, dazu landwirtschaftliches Gerät, Hausrat, Tracht und Familienfotografien. Das Museum führt ein örtlicher Verein, der Rundgang dauert etwa zwanzig Minuten, und die Öffnungszeiten sind begrenzt: vorher anmelden.
Was ein Auto braucht und was nicht
| Ort | Anreise | Hinweis |
|---|---|---|
| Leuchtturm Mlaka | zu Fuß, 20 Min. | immer zugänglich |
| Museum Drenova | Bus oder Auto | vorher anmelden |
| Kaštel Grobnik | Auto, 15 km | Straße aus Čavle |
| Häuser in Kostrena | Auto plus Uferweg | nur von außen |
| Festung Solin | Auto plus Pfad | ohne Schilder, feste Schuhe |
| Startrampe | Auto oder Bus | von der Straße sichtbar |
Ansehen
Rijeka im Video
Ein kurzer offizieller Stadtfilm, damit du dir den Ort vor der Reise besser vorstellen kannst.
Rijeka: Stadt in Bewegung
Häufige Fragen
- Was ist der größte Geheimtipp in Rijeka?
- Die Torpedo-Startrampe. Rijeka ist die Stadt, in der 1866 der Torpedo erfunden wurde, und die Rampe ist die letzte erhaltene ihrer Art weltweit, sie steht ohne Eintritt an der Küstenstraße.
- Braucht man ein Auto für Rijekas Geheimtipps?
- Für den Leuchtturm in Mlaka nicht, dorthin geht man etwa zwanzig Minuten. Für Grobnik, Kostrena und Solin ja, denn sie liegen außerhalb der Stadt.
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